Lina Furlenmeier

Lina

Ausstellungen (Auswahl)

Galeria Musarion, Basel (1970) Galerie Atrium, Basel (1981/88) Berowergut, Riehen (1984) Esch sur Alzette, Luxembourg (1989) Galerie Ursula Wiedenkeller, Zürich (1990/95) Galerie Franz Mäder Edition, Basel (1991/93) Galerie 89, Aarwangen (1994) Graf&Schelble Galerie, Basel (1996) Graf&Schelble Galerie, Basel (2000) Museum Birsfelden (2012)

Wettbewerbe und Aufträge im öffentlichen Raum

Preis Kunstkredit, Wandbild, Weisses Haus, Basel (1981) Wandbild Margarethenturnhalle, Binningen (1984) Musikschule Riehen (1991) Volksbank, Zürich (1992) Bankverein, Riehen (1993) Gartenbad und Kunsteisbahn Eglisee, Restaurant in Zusammenarbeit mit Guido Wiederkehr, Basel (1995) Ciba, Basel (1996) Kantonalbank, privat banking, Riehen (2000) Migros Bank, Reinach (2000) Hoffmann-La Roche, Basel (2000) Museum Birsfelden (2012)

Ankäufe

Kanton Basel-Stadt und Basel-Landschaft Regierungspräsidium, Freiburg im Breisgau Museum Freiburg im Breisgau Psychiatrie – Liestal Baselland

Editionen

Edition Fanal: Kassette mit Radierungen (1979) Edition Mäder: Kassette mit Schmuck (1984) Edition H. Lanz: Siebdruck (1987) Edition Ars Felix: Siebdruck (1997)

Literatur

40 Jahre Künstler im Gespräch (1984) Basler Künstler Esch sur Alzette Luxembourg (1989) Kunstbulletin, Alltag in Abstraktion bei Lina Furlenmeier (1991) MG54 GU EST (2009) Kunst in der Psychiatrie Baselland (2001) Visarte (2010) Museum Birsfelden (2012)



Kann man heute noch malen?


Kann man heute noch malen? Die im Zeitalter der Neuen Medien allgegenwärtige Frage bejaht Lina Furlenmeier eben damit, dass sie malend darüber reflektiert. Das Bild, in ihrem bisherigen Schaffen als in sich geschlossenes autonomes Gebilde aufgefasst, wird in ihren neuen Arbeiten als Teil eines übergeordneten Konzeptes nach allen Seiten hin entgrenzt. Dieses Konzept geht von drei festen Grössen aus: einem Bildquadrat mit einer Kantenlänge von 60 cm, dem Abstand, der die einzelnen Quadrate trennt, und der Breite der Balken, die, vom Rand des Bildes angeschnitten, es mit seinen Nachbarn optisch verbinden. Obwohl also ein Modul die Grundlage dieses Konzeptes ist, ergibt sich daraus keine geschlossene modulare Ordnung im Sinne der konkreten Kunst. Vielmehr findet sich die Dialektik von Chaos und Ordnung, die bisher das Schaffen von Lina Furlenmeier bestimmte, auf einer neuen Ebene wieder.

Dem systematischen Ansatz dieses Konzeptes steht die lustvoll-spielerische Freiheit gegenüber, mit der es farblich-formal verwirklicht wird. Die aus einzelnen Quadraten gebildete Komposition kann sich einerseits einer bestimmten Raumsituation anpassen un anderseits in Gedanken doch grenzenlos erweitert werden. Die Spannung zwischen dem, was objektiv sichtbar wird, und dem dahinterstehenden Konzept, in dessen Sinne es weitergedacht werden soll, bestimmt schon die Binnenstruktur der Komposition. Der weisse Raum, der zwischen den einzelnen Quadraten besteht, bezieht die Betrachtenden unwillkürlich ins Bildgeschehen ein, fordert sie dazu auf, das von ihm aufgeteilte Ganze wieder zusammenzufügen. Fast ebenso wichtig wie die einzelnen Bilder wird das, was sie zugleich trennt und verbindet.

Die Farbwahl erfolgt rein intuitiv und erweist sich zugleich im Hinblick auf die Gesamtwirkung als sehr präzise. Diese lebt aus der Spannung, die sich zwischen fliessenden übergängen und harten Kontrasten, aber auch aus dem unterschiedlichen Farbauftrag ergibt: gestisch bewegt in den balkenartigen Binnenformen, zu monochromer Ruhe tendierend in den Zwischenräumen, die auch als Hintergrund gedeutet werden können.

Dieser Kippeffekt ergibt sich aus den geometrisch exakten weissen Umrandungen der Balken, die sich als Geflecht von Linien lesen lassen, deren gegenseitige Durchdringung ein komplexes Ineinander von Drei-, Vier- und Vielecken ergibt. Zugleich aber scheinen die Balken dank der kontrastierenden Farbgebung in nicht genau nachvollziehbaren überlangerungen im Raum zu schweben. Ihre Gesamtwirkung erinnert unwillkürlich an die hingeworfenen Stäbe eines Mikado-Spiels, nur dass dessen irritierende Schönheit hier eben nicht Produkt des Zufalls, sondern eines klaren künstlerischen Wollens ist.

Die Materialwahl für ihre neuen Bilder was für Lina Furlenmeier mit einem langwierigen Experimentieren verbunden, nachdem sie erkannt hatte, dass sie mit Leinwand als Bildträger keine befriedigenden Ergebnisse erzielte. Die industriell gefertigten Metallplatten, auf die sie schliesslich stiess, haben auch praktische Vorteile: stabil und doch leicht zu handhaben, ihres geringen Gewichtes wegen und weil die einmal fixierte Oberfläche wenig anfällig ist für Verschmutzung. Vor allem aber nehmen das technisch-kühle Material und die dadurch bedingte eher kühle Farbgebung den malerischen Charakter dieser Malerei und damit den autonomen Anspruch des Einzelbildes ganz im Sinne des Gesamtkonzeptes zurück

Martin Kraft


Lina Lina